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Witz, Ironie und Sarkasmus

Zu einer Rezension von Irmela Hennig in der SZ

Von Bernd-Ingo Friedrich



sex fuerst pueckler rezension hennig sz 21. 22.08.2010


Weißwasser, den 23. August 2010

Sehr geehrte Kollegin,

ich habe mir angewöhnt, kurz heraus zu sagen und zu schreiben, was ich denke. Nehmen Sie mir also meine Anmerkungen zu Ihrer Rezension bitte nicht übel.

Ich würde durchaus – natürlich nicht gern – auch schlechte Beurteilungen meiner Bücher akzeptieren, wenn sie fundiert und gut geschrieben wären. In Ihrem Falle trifft zumindest die erste Voraussetzung nicht zu. Lassen Sie mich dazu (noch einmal, denn im Buch steht eigentlich schon genug) Folgendes sagen:

Das Buch richtet sich klar gegen jede Art von Geschichtsklitterung und ist hauptsächlich für Experten geschrieben bzw. gegen einige, die sich dafür halten. Ich denke, daß das aus der Art und Anlage des Buches, spätestens jedoch mit der Einleitung erkennbar wird. Es enthält deshalb eine Vielzahl offener sowie hin und wieder versteckter Invektiven, die ich zum Teil ironisch oder sarkastisch an (zumeist) den Mann bringe. Von den Betroffenen wurden und werden diese, wie ich weiß, sehr wohl empfunden und verstanden.

Ironie ist „feiner verdeckter Spott, mit dem man etwas dadurch zu treffen versucht, daß man es unter dem auffälligen Schein der eigenen Billigung lächerlich macht“ (Duden/ Das Fremdwörterbuch, Dudenverlag 1990). Beispiel: S. 22f.

Sarkasmen sind bissig-spöttische Äußerungen, Bemerkungen; unter Sarkasmus, für den es keinen Plural gibt, versteht man „beißenden Spott“. Beispiele: S. 7, 15ff.

Witz dagegen wird gleichgesetzt mit Spaß, Humor, und ist – wenn gut – zum Lachen. Was Sie für Witz halten, ist also gar keiner, aber weil Sie es tun, kommt er Ihnen gewollt oder flapsig vor. Flapsig wiederum ist aber nur ein Synonym für frech. Und warum nennen Sie meine „Übersicht“ – die natürlich überhaupt keine ist – „erzwungen munter“? Sie kennen mich doch gar nicht! Denn Tatsache ist: Die Arbeit an dem Traktat empfand ich als ungeheuer befreiend und hat mir einen riesigen Spaß gemacht!

Soviel zur sprachlichen (Miß-) Verständigung, die wohl hauptsächlich darauf beruht, daß Sie – wie die meisten Frauen – mit Sarkasmus und Ironie nicht viel anfangen können.

Inhaltlich scheinen Sie zum Kern der Aussage des Buches gar nicht durchgedrungen zu sein. Das kann bedeuten, daß Ihnen das Ganze – schlecht für mein Buch – zu langweilig war, könnte aber auch ein Beleg für Ihr Desinteresse an dem Gegenstand sein, das ginge dann zu Ihren Lasten. Es geht nämlich (S. 47-51) darum, daß der Fürst Pückler beischlafunfähig war und ich das mit Hilfe eines Facharztes für Haut- und Geschlechtskrankheiten (sehen Sie dazu Zum Buch Hat er? Oder hat er nicht? ) nachweisen konnte. Alles davor und danach dient lediglich der Hinleitung bzw. Beweisführung. Daß auch Sie diesen Fakt ignorieren – gesetzt den Fall, Sie sind überhaupt darauf gestoßen, siehe oben – zeigt wieder, was ich in meinem Vorwort als allgemein gültig formuliert habe: Daß Clio (die Muse der Geschichtsschreibung) aus den verschiedensten Interessen immer wieder zur Hure gemacht wird.

Aus diesen (auch im Buch genannten!) Gründen hätten Sie also den Text entweder sorgfältiger lesen oder vorsichtig beurteilen oder sich gar nicht erst dazu äußern sollen.

Mit freundlichen Grüßen
Bernd-Ingo Friedrich


(03. Oktober 2010)

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